Absicherung für Pauschalurlaube mit Flugreise

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Insolvenzsicherung der Urlauber bei Pauschalreisen

Für Pauschalurlaube mit Flugreise hat der Gesetzgeber ausdrücklich festgelegt, dass dem Kunden in einem solchen Fall keine finanziellen Schäden entstehen dürfen.

Der Gesetzestext

Der Reiseveranstalter hat sicherzustellen, dass dem Reisenden folgendes erstattet werden:

  • der gezahlte Reisepreis, soweit Reiseleistungen infolge Zahlungsunfähigkeit oder Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Reiseveranstalters ausfallen, und
  • notwendige Aufwendungen, die dem Reisenden infolge Zahlungsunfähigkeit oder Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Reiseveranstalters entstehen.

Um Reisende vor den nachteiligen finanziellen Folgen einer Insolvenz ihres Reiseveranstalters oder dazu gebuchtem Airline und Hotel zu schützen sind Reiseveranstalter, die in Mitgliederstaaten der Europäischen Union und Vertragsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (Norwegen, Island und Liechtenstein) niedergelassen sind und Pauschalreisen anbieten, verpflichtet, Sicherheit für die Erstattung aller von den Reisenden erbrachten Zahlungen für gebuchte Reiseleistungen (Flug-Hotel-Transfer) zu leisten.

Eine dem Insolvenzschutz unterfallende Pauschalreise liegt unabhängig von der Bezeichnung der Reiseleistung immer dann vor, wenn diese mindestens zwei Arten von Reiseleistungen, wie zum Beispiel Beförderung und Unterkunft, umfasst.

Kundengeldabsichern

In Deutschland, Österreich und Schweiz ist die Pflicht zur Insovenzsicherung in den reiserechtlichen Vorschriften, geregelt. Danach müssen in Deutschland, Österreich und Schweiz niedergelassene Reiseveranstalter und Anbieter von Pauschalreisen über das Internet aus Drittländern durch Einschaltung eines sogenannten Kundengeldabsicherers (Versicherer oder Kreditinstitut) dafür sorgen, dass dem Reisenden im Fall der Insolvenz des Reiseveranstalters vor Erbringung der gesamten Reiseleistung der gezahlte Reisepreis für ausgefallene Reiseleistungen erstattet wird.

Den Erstattungsanspruch, den der Reiseveranstalter aufgrund seiner Insolvenz nicht mehr erfüllen kann, muss der Reisende gegen den Kundengeldabsicherer geltend machen. Dieser erstattet dem Reisenden auch die Beträge, die der Reisende zur Durchführung der gebuchten Reiseleistungen an Stelle des Reiseveranstalters aus eigenen Mitteln an den Erbringer der Reiseleistung gezahlt hat, wie zum Beispiel die Kosten für die Rückreise bzw. die bis zu diesem Zeitpunkt entstehenden Übernachtungskosten.

Die Haftung des Kundengeldabsicherers ist nach deutschem Recht auf 110 Mio. Euro für den Insolvenzfall eines Reiseveranstalters begrenzt. Wenn dieser Betrag nicht für alle Betroffenen der Insolvenz ausreicht, erfolgt die Erstattung an sie anteilig.

Den Nachweis, dass der Reiseveranstalter eine vertragliche Vereinbarung mit einem Kundengeldabsicherer getroffen hat, erbringt dieser gegenüber dem Reisenden durch Übergabe eines Sicherungsscheins bei Vertragsschluss.

Für Flug-only (nur Flug) Buchungen gilt diese Absicherung nicht! Nach wie vor müssen Airlines keine Insovenzsicherung abschließen.

Flug-Ticket direkt bei der Airline gebucht

Bei „Nur-Flug-Buchungen“ besteht keine gesetzliche Pflicht der Airline, die eigene Insolvenz abzusichern. Da die Airlines schon vor der Durchführung des Fluges die Bezahlung des Tickets fordern, trägt der Fluggast das Kostenrisiko, wenn der Flug aufgrund einer Insolvenz der Airline nicht mehr durchgeführt wird.

Betroffene Kunden können ihren Flug stornieren. Bei Stornierung haben Sie grundsätzlich einen Anspruch auf Rückerstattung der Steuern und Gebühren und evtl. auch eines Teils des Ticketpreises. Allerdings fallen diese in die Insolvenzmasse, eine Rückerstattung ist also fraglich.

Bei Flugausfall bestehen Ansprüche auf Entschädigung nach der EU-Fluggastrechteverordnung. Bei einer Insolvenz der Fluglinie müssen Kunden diese Ansprüche beim Insolvenzverwalter anmelden. Die Wahrscheinlichkeit, diese Entschädigung ausgezahlt zu bekommen ist aber gering. Wurde der Flugausfall von der Airline 14 Tage vor Flugbeginn angekündigt, gibt es gar keinen Entschädigungsanspruch.

Flug-Ticket beim Vermittler (Reisebüro, Online-Portal) gebucht

In solch einem Fall kann der Vermittler nur eine Kulanz Lösung erkämpfen, da der Vermittler keinen Einfluss auf die Dienstleistung einer Airline hat.