Condor steht zum Verkauf. Was passiert mit den Flugtickets, kann ich Condor noch buchen

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Condor zum Verkauf frei

Eine der beliebtesten deutschen Charterfluglinien ist die Condor. Viele Urlauber die Ihre Flüge schon gebucht haben und buchen werden fragen sich was sie unternehmen sollen.

Seit 2009 gehört die Charterfluglinie Condor zum Reiseanbieter Thomas Cook. Thomas Cook wollte die Fluglinie durch Fusion mit Air Berlin, mal mit Germanwings und TUIfly verkaufen. Was nie richtig funktioniert hat. Seit einigen Monaten hat die Thomas Cook öfters angekündigt die Fluglinie zu verkaufen.

Flug-Passagiere und Reisebüros sind verunsichert: Gelten die gebuchten Tickets für den Sommerurlaub 2019 auch nach einem Verkauf? Sollten die Reisenden, die Ihren Urlaub noch nicht gebucht haben eine alternativ Airline buchen?

Thomas Cook will die Fluglinie verkaufen, also ist nicht insolvent, daher wird voraussichtlich der neue Eigentümer alle Rechte sowie Pflichten der Condor übernehmen. Dennoch steht die Gefahr, dass der neue Eigentümer einige Flughäfen aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr im Programm haben wird oder Slots (Start- und Landerechte abtreten muss.

Was wird mit den Flug-Passagieren die ein Flugticket bei Condor gebucht haben und der Flughafen nicht mehr angeboten wird!

Passagiere die eine Pauschalreise gebucht haben

Wer eine Pauschalreise inklusive Flug bei einem Reiseanbieter gebucht hat, braucht sich keine Gedanken machen.
Bei einer Pauschalreise muss der Reiseveranstalter einen Ersatzflug organisieren. Ist der nicht zumutbar, kann der Passagier selbst buchen, und es gelten die gleichen Entschädigungsregeln wie bei individueller Flugbuchung. Zusätzlich kann der Kunde für „entgangene Urlaubsfreuden“ rund 100 Euro am Tag geltend machen, wenn zum Beispiel ein deutlich späterer Flug den Großteil des ersten Urlaubstages raubt.

Buchung, direkt bei Condor oder Online-Portal

Für Passagiere die selbst einen Flug online (Fly-Only) gebucht haben ist die Lage etwas schwerer. Die Tickets werden nicht mehr gültig sein.

In solch einem Fall greift die EU-Fluggastrechteverordnung ein. Sie entschädigt bei Verspätungen und Flugausfall je nach Entfernung bis zu 600€. Allerdings greift die Verordnung nicht, wenn die Fluggesellschaft die Flugstreichung mindestens zwei Wochen (14 Tage vor Abflug) vorher ankündigt. Ein solcher Vorlauf wäre nach einer Condor-Übernahme zu erwarten. Die Fluglinie müsste dann nur den Ticketpreis erstatten, der Passagier müsste sich selbst einen neuen Flugticket besorgen.

Umbuchung des Fluges

Kurz vor Urlaubsbeginn sind die Flugtickets teurer als bei einer Buchung die vor Monaten gebucht wurde. Den Mehrpreis können sich die Reisenden dann über die Schadenersatzregeln nach dem Montrealer Übereinkommen zum Flugverkehr von Condor zurückholen. Das gilt auch für andere Mehrkosten eines späteren Ersatzfluges, zum Beispiel für eine zu viel bezahlte Übernachtung oder ein neues Zugticket für die Anreise zum Flughafen. Die Entschädigungen sind auf etwa 5000 Euro pro Buchung pro Person gedeckelt.

Schadenersatz

Wenn Condor einen Ersatzflug anbieten kann, bekommen die Flug-Passagiere keinen Schadenersatz. Den Ersatzflug muss ein Passagier annehmen, wenn der Flug zumutbar ist. Unzumutbar sind zum Beispiel Flüge, die frühmorgens, also vor etwa acht Uhr, starten – wenn der ursprüngliche Flug nicht auch ein Nachtflug war. In solche einem Fall muss auch ein anderer Flughafen nicht akzeptiert werden, wenn sich die Reisezeit dadurch deutlich verlängert. Genauso wenig wie eine andere Flugklasse, also etwa Economy statt Premium-Economy.

Passagiere die den Ersatzflug ablehnen und erneut einen Flug buchen, sollten die Mehrkosten für den Alternativflug gering halten und nicht den teuersten Flug zur Hauptverkehrszeit bei einer teuren Fluggesellschaft buchen, wenn es eine günstigere Alternative gibt.