Stärkung der Passagierrechte bei Verspätung oder Annullierung

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Verspätung oder Annullierung bei Streik

Ausgleichszahlungen erhielten bis vor kurzem nur Passagiere, deren Fluggesellschaften sich nicht auf außergewöhnliche Umstände berufen konnten. Diese liegen etwa dann vor, wenn die Airline nachweislich nicht für die Verspätung oder Annullierung verantwortlich ist. Als außergewöhnliche Umstände, die eine Airline von der Pflicht zu einer Ausgleichszahlung befreien, wurden bisher zum Beispiel schlechte Wetterbedingungen, Terror oder Streiks anerkannt.

Eine Trendwende zeichnet sich allerdings für von Streik betroffene Passagiere ab. Gerichte entschieden zugunsten von Passagieren. Kläger aus Luxemburg hatten gegen Lufthansa ihren Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung erfolgreich durchgesetzt. Die deutsche Fluggesellschaft hatte die Flüge wegen eines angemeldeten Pilotenstreiks annulliert. Das Gericht stützte sich auf ein aktuelles Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom April 2018. Beim sogenannten Tuifly-Urteil hatte der Europäische Gerichtshof die außergewöhnlichen Umstände schon bei einem „wilden“ Streik verneint.

Am 04. September 2018 erging ein weiteres Urteil. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Passagieren eine Entschädigung zusteht, wenn die Airline einen Flug annulliert, weil Reisende das Flugzeug wegen eines Streiks des Sicherheitspersonals nicht rechtzeitig erreichen konnten. Auch wenn nur wenige Passagiere vor Streikbeginn abgefertigt wurden, darf die Airline den Flug nicht streichen. Das gilt auch, wenn der Großteil der Passagiere den geplanten Flug nicht antreten kann. Mit diesem Urteil wurden die Rechte der Passagiere erheblich gestärkt.

Daher empfiehlt das Europäische Verbraucherzentrum, auch bei Flugausfällen durch Streiks Entschädigungen zu fordern.

Passagiere müssen Geduld mitbringen

Betroffene Flugpassagiere sollten viel Geduld und Verständnis haben. Die Anzahl der von Verspätung, Annullierung oder verpasstem Anschlussflug sowie Überguchung betroffenen Fluggäste hat in 2018 massiv zugenommen. Da die Sommermonate 2018 katastrophal verliefen, Annullierungen und Verspätungen massiv zunahmen, müssen Passagiere derzeit längere Bearbeitungszeiten in kauf nehmen. Sowohl bei den Schlichtungsstellen als auch bei den Fluggesellschaften ist die Bearbeitungszeit oft auch Gerichtsverfahren Zeit nimmt. Das Warten lohnt sich, denn die Ausgleichszahlungen sind nicht an den Flugpreis gebunden. So erhalten auch Passagiere mit einem Billigflugticket eine Entschädigung bis zu 600€.

Wir sind für Sie da:

wir wissen, es sind die kleinen Erlebnisse, die aus einem Flug ein einzigartiges Reiseerlebnis oder Alptraum machen. Viele freuen sich Tage sogar Monate auf ihre Reise, dann erfährt man, dass der Flug eine Verspätung hat, annulliert wurde oder drei Tage vor Abflug der Flugplan komplett umgeändert wurde. Die Freude ist nun dahin. Muss ein Passagier das hinnehmen? Nein!

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