EU Zollbestimmungen

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So haben Sie kein Ärger bei der Einreise in die EU am Zoll

Ein Souvenir und viele kleinigkeiten einkaufen gehören für viele Urlauber zu einer gelungenen Reise dazu. Bevor Produkte aus dem Ausland oder größere Mengen an Tabak, Alkohol, Kaffee oder Schmuck (Gold) und Geld ins Gepäck wandern, sollten die Aus- und Einfuhrbestimmungen von Start- und Zielort genau beachtet werden. Andernfalls kann ein kleines stück Koralle zu Unannehmlichkeiten bei der Zollkontrolle führen.

REISEN INNERHALB DER EU

Wer innerhalb der Europäischen Union reist, ist unkompliziert und so gut wie grenzenlos unterwegs. Ähnliches gilt für mitgebrachte Waren. Gewürze vom lokalen Markt, eine neue Sonnenbrille oder auch das Golfschläger-Set sind beim Zoll unproblematisch und abgabenfrei, sofern sie für den persönlichen Bedarf und nicht für den Weiterverkauf bestimmt sind. Doch Vorsicht: einige Produkte unterliegen besonderen Beschränkungen oder Besteuerungen.

Kaffee, Alkohol und Tabak

Äußerst beliebt beim Shoppen im Urlaub sind Kaffee, Alkohol und Tabak. Die Freigrenzen für die Einfuhr nach Deutschland sind deshalb genau festgelegt. Als privater Verbrauch gelten im Rahmen der EU-Zollkontrolle z. B. 10 l Spirituosen, 60 l Schaumwein und 110 l Bier. Bei Tabakwaren können 800 Zigaretten, 400 Zigarillos, 200 Zigarren oder 1 kg Rauchtabak problemlos mitgebracht werden. Wer jetzt noch Platz im Koffer hat, kann bis zu 10 kg Kaffee einpacken.

EINREISEN AUS NICHT-EU-STAATEN

Auch wer seinen Urlaub außerhalb der EU verbringt, kann Souvenirs mit nach Hause bringen. Für die Einfuhr nach Deutschland gelten Beschränkungen hinsichtlich Artenschutz, Markenpiraterie, Arznei- und Lebensmittel sowie spezifische Verordnungen z. B. zum Schutz von Kulturgütern und zur Bekämpfung gefährlicher Hunde.

Geschützte Tier- und Pflanzenarten

Exotische Tiere und Pflanzen stehen oftmals unter Artenschutz. Sie unterliegen strengen Einfuhrbestimmungen. Darunter fallen auch die aus ihrem Fell oder Leder gefertigten Produkte wie z. B. Schuhe, Kleidung, Taschen, Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel. Ohne entsprechende Dokumente werden sie vom Zoll beschlagnahmt. Selbst die beliebten Korallen, Muscheln vom Strand oder eine Handvoll Sand sollten an Ort und Stelle bleiben, da auch sie unter Arten- oder Naturschutz stehen könnten. Vor dem Kauf fraglicher Produkte gilt: Herkunft überprüfen und im Zweifelsfall darauf verzichten.

Gefälschte Markenprodukte

Die Designertasche, gefälschte Markenware als Souvenir zum Discountpreis – das mag im Urlaubsland verlockend sein. Doch bergen solche Angebote hohe Risiken. Neben dem wirtschaftlichen Schaden verursachen minderwertige Fälschungen möglicherweise gesundheitliche Probleme durch giftige Farb- und Inhaltsstoffe.

Lebensmittel - Seuchenrecht

Gegen eine Flasche Olivenöl oder die Lieblingsnüsse aus der Ferne ist bei der Einreise nach Europa nichts einzuwenden. Schwieriger wird es bei Fleisch, Milch und Eiern, Pilzen, Kartoffeln und Kaviar. Für diese Produkte gelten aus seuchenrechtlichen Gründen spezielle Regelungen oder sogar Verbote.

Arzneimittel

Üblicherweise dürfen Arzneimittel nur in einer Menge eingeführt werden, die dem persönlichen Bedarf von ca. 3 Monaten entspricht. Davon ausgenommen sind gefälschte Arzneimittel oder besonders gefährliche Stoffe. Vorsicht heißt es auch bei Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln aus dem Ausland. Sie können in Deutschland unter Umständen als Arzneimittel gelten und fallen damit unter das Arzneimittelgesetz.

Bei Flugreisen bleiben Waren für den persönlichen Bedarf, die aus einem Nicht-EU-Staat mitgebracht werden, nur bis zu einem Wert von 430 Euro abgaben- und steuerfrei. Ist der Neuerwerb umfangreicher, muss er beim Zoll angemeldet werden. Auf den Gesamtwert der Waren ist dann Zoll und Einfuhrumsatzsteuer zu zahlen.

Tabak, Alkohol Mindestalter

Strengere Grenzen gelten auch für die Einfuhr von Genussmittel wie Alkohol und Tabak. Die Freimengen sind für Urlauber (mindestens 17 Jahre alt) z. B. bei 1 l Spirituosen, 4 l nichtschäumende Weine und 16 l Bier. Bei Tabakwaren sind es 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 Gramm Rauchtabak pro Person.

Barmittel: Bargeld und Wertpapiere

Bei der Einreise in Europa aus einem Nicht-EU-Staat müssen mitgeführte Barmittel im Gesamtwert von 10.000 Euro oder mehr bei der zuständigen Zollstelle schriftlich angemeldet werden.

Gleichgestellte Zahlungsmittel im Gesamtwert von 10.000 Euro oder mehr müssen bei der Einreise nach Europa bei Kontrollen des Zolls auf Befragen mündlich angezeigt werden.

Anzeigepflichtige gleichgestellte Zahlungsmittel

Sparbücher,
elektronisches Geld sowie
Edelmetalle und Edelsteine, wie z.B. Platin, Gold oder Silber
Diamant, Rubin, Saphir oder Smaragd.